Über Ostern in die Dolomiten

ostern2016_-061… das war der Plan. Bei meiner Oster-Tour vor zwei Jahren hab ich sie ja nur von weitem gesehen, aber diesmal wollte ich mitten rein. Den Sella-Achter fahren während noch Schnee liegt.

Nun ist der März für so ein Vorhaben noch ein wenig früh im Jahr, aber ich hatte Glück: Von einer verregneten Anfahrt mal abgesehen hatte ich nur gutes Wetter. Jetzt aber der Reihe nach:

Diesmal bin ich nicht ausschließlich Landstraße in den Süden gefahren, sondern habe einen Teil auf der Autobahn zurückgelegt. Die Idee war nur so mittelgut, denn die gleiche Idee hatten auch erschreckend viele andere, das heißt: Stau. (Und: Nein, man kann sich mit dem Mopped nicht einfach so durch einen Stau durchdrängeln, das geht höchstens in kleinen Abschnitten. So oder so kostet es Zeit und Nerven. Und die Kupplungshand wird müde …) Vom Wetter bin ich auch nicht verwöhnt worden, etwa die Hälfte der Zeit hat es geregnet. Aber egal: Ich hatte ein Ziel und war unterwegs, darauf kam es an.

Trins, TirolTrins, Tirol

Meine erste Station, Trins in Tirol, habe ich gut – wenn auch nass – erreicht. Was allerdings nachmittags noch Regen war, wurde abends Schnee. Am nächsten Morgen hatte der Himmel sich aufgezogen, die Straßen waren noch nass, aber die Sonne war schon unterwegs: Noch ein paar Kilometer den Brenner runter und in Sterzing ging plötzlich das Licht an, Sonne, blauer Himmel – Kaffee.

Kaffee, kurz vor BrixenKaffee, kurz vor Brixen

Also weiter über Brixen, St. Ulrich und rein ins Vergnügen. (Filme hab ich übrigens schon wieder keine: Nach einer kurzen Testaufnahme hat sich die Helmkamera abgemeldet, der Fahrtwind war offenbar kälter als –10 °C.). Und so sieht er aus, der „Sella Achter“, mit einer Extraschleife um Cortina d’Ampezzo:

Der „Sella Achter“, mit einer Extraschleife um Cortina d'AmpezzoDer „Sella Achter“, mit einer Extraschleife um Cortina d’Ampezzo

Die Straßen waren überwiegend frei und gut befahrbar, die Landschaft grandios und ich musste mich sehr zusammenreißen, nicht noch öfter anzuhalten, um zu fotografieren.

Ich habe in den Dolomiten nur einen einzigen Motorradfahrer gesehen, und der war von der Polizei. Die anderen waren wohl alle Skilaufen. Hier ein paar Eindrücke von unterwegs (Klick aufs Bild vergrößert das Bild, mit den Pfeiltasten kann man blättern):

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Alpenmarathon 2014

Drei Streckenlängen zur Auswahl – 350, 550 oder 783 km – knapp 300 angemeldete Fahrer und vor uns die Alpen: Das war der Alpenmarathon 2014. Wir haben uns für die mittlere Streckenlänge entschieden, die 550 km, aus denen dann doch rund 640 km geworden sind. Wir, das sind Annette, Pepe, Alex, Wolfgang und ich, mittlerweile ein eingespieltes Touren-Team aus dem Kreis der Freebiker. Ein paar Eindrücke von unserer kleinen Rundfahrt – etwa 14 Stunden incl. Pausen – gibts hier per Video:


Alpenmarathon Teil 1


Alpenmarathon Teil 2

Fazit – Schrägstrich – „Und, wie war’s?“

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Freebiker bauen ein Zelt


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Über Ostern zum Gardasee, Teil 3: blauer Himmel und Höhenmeter

Sonntag

Der Wecker klingelt – ich bin schon vorher wach und frag mich wie jeden Morgen, wie wohl das Wetter heute wird. Der Blick aus meinem Hotelzimmer macht gute Laune:

Ledrosee (Lago di Ledro)Ledrosee (Lago di Ledro)

Und noch ein Blick nach rechts:

Ledrosee (Lago di Ledro)Ledrosee (Lago di Ledro)

Das fängt ja schon mal gut an. Es ist genauso ruhig, wie es aussieht, keine Autos, keine Disco, nichts stört die Ruhe an diesem Sonntagmorgen (wird höchste Zeit, das Motorrad anzuschmeißen).

Rush Hour auf der Via LungolagoRush Hour auf der Via Lungolago

Doch bevor es losgeht, wie jeden Morgen der Blick in den Kleiderschrank die Frage: Was zieh ich an?

Wie jeden Morgen die Frage: Was zieh ich an?Wie jeden Morgen die Frage: Was zieh ich an?
  • oben links: die Handschuhe für den Sommer (hätte ich auch zuhaus lassen können).
  • unten links: wenn’s richtig kalt wird die „Schweineklauen“; haben sich sehr gut bewährt und ich bin froh, dass ich sie dabei hatte.
  • die anderen beiden Paare: „weatherproof” wenn’s kalt ist (Mitte) und wenn’s warm aber nass ist (unten rechts). Wobei weatherproof leider nicht bedeutet, dass die Handschuhe wasserfest sind. Nach ein paar Stunden im Regen sind sie komplett durchgeweicht; für einen Tag im Regen braucht man also mindestens 2 Paar davon. Da muss ich nochmal ran …

Was der Biker drunter trägt, ist zwar eigentlich sein Geheimnis, aber wo wir gerade schon beim Thema sind …: Regen ist beim Moppedfahren kein Problem, vorausgesetzt man hat einen Regenkombi oder einen entsprechenden Textilkombi an. Was aber wirklich unangenehm ist, ist stundenlanges Frieren. Macht keinen Spaß, echt nicht. Um das zu vermeiden, war ich eine Woche vor der Tour noch einkaufen. Und weil ich unterwegs tatsächlich kein einziges Mal gefroren hab, gibts hier ein bisschen unbezahlte Werbung für die Vanucci Thermolite (oben, unten). Hält ordentlich warm und sieht auch noch ungeheuer sportlich aus.

Der SonntagDer Sonntag

Heute geht’s in die Schweiz und die ersten Kilometer dort lege ich etwas behutsamer als gewohnt zurück. Individuellen Interpretationen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit begegnet man dort ja bekanntlich mit noch deutlich weniger Humor als hierzulande und so bin ich anfangs etwas gehemmt, aber das gibt sich. Ich fahre auch tatsächlich an zwei mobilen Laserpistolen-Radarkontrollen vorbei, vorbildlich im Rahmen des Erlaubten, versteht sich.

Es stehen wieder ein paar feine Pässe auf dem Programm (hier die Tageskarte im neuen Fenster), zunächst der Passo Campo Carlo Magno. Das ist ein eigenartiges Bild auf vielen dieser Strecken: Ein großer Teil der Wintersportorte ist einfach geschlossen. Skilifte sind ausgeschaltet, Hotels haben Betriebsferien, keine Autos, keine Menschen, niemand unterwegs, alles dunkel. All die Bespaßungsanlagen, wie man sie auch aus eigenen Winterurlauben kennt: verlassen, wie Geisterstädte. Besonders seltsam ist dieses Bild, wenn rundherum so viel Schnee liegt, dass es zum Skilaufen auf jeden Fall reichen würde. Immerhin erlebe ich heute zwei oder drei Wintersportgebiete, in denen mir tatsächlich Leute in Skischuhen entgegenkommen. Vielleicht fragen sie sich, wie man hier im tiefsten Winter Motorradfahren kann, manche sehen mich so an. (Man kann sehr gut, übrigens.)

bei Breguzzobei Breguzzo
unterwegs zum Passo del Tonaleunterwegs zum Passo del Tonale

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Über Ostern zum Gardasee, Teil 2: Osterpässe und Ruhe im Hafen

Samstag …

… Morgen, Blick aus dem Fenster: Das sieht nicht schlecht aus. Der Himmel ist wolkenverhangen, äußerst stimmungsvoll dieses Bild, und es hat immerhin aufgehört zu regnen. Mehr brauch ich doch gar nicht.

KronburgKronburg
Der SamstagDer Samstag

Also frühstücken, zusammenpacken, so viel wie möglich anziehen und los, Richtung Reschenpass. Das Wetter hält sich den ganzen Tag zwischen leichtem Nieselregen, trockenen Abschnitten und hier und da schaut sogar mal vorsichtig die Sonne raus. Kann man nicht meckern, eigentlich. Den Regenkombi hab ich trotzdem an, erstens weil man weiß ja nie und zweitens hält er den kalten Wind raus aus dem Leder. Die Handschuhe sind über Nacht auf der Heizung wieder trocken geworden und ich fühl mich wohl, es ist warm genug und die Straßen sind gut befahrbar. (Hier eine größere Ansicht der Tageskarte.)

Auf dem Reschenpass ist viel los, wie wohl zu jeder Jahreszeit, er ist entsprechend breit ausgebaut und stark befahren, strahlt eher die Nüchternheit einer beliebigen Bundesstraße aus als den Charme eines Bergpasses, es sei denn, man schaut ein bisschen weiter voraus: Der Himmel hat sich etwas aufgezogen und die Aussicht auf jedem einzelnen Kilometer, den ich zurücklege, ist eine wahre Freude.

Wegen des Wetters habe ich wenig gefilmt, außerdem hatte ich an diesem Wochenende mehr Spaß am Fotografieren. Aber ein paar Eindrücke habe ich mitgebracht, kurz und bündig in 30 Sekunden:

[vimeo]https://vimeo.com/93530371[/vimeo]
Vimeo | YouTube

Ich halte am Reschenpass an, auf dem Parkplatz, an dem einfach jeder anhalten muss, zumindest wenn er das erste Mal da ist, so wie ich an diesem Tag. Und selbstverständlich mache auch ich das obligatorische Reschenpass-Foto, bitteschön:

Am ReschenpassAm Reschenpass

Aber ich will weiter, halte mich nicht lange dort auf, bin zu gespannt auf die Pässe, die ich mir für heute und morgen vorgenommen habe: Es sind insgesamt 12; eigentlich 13, aber einer fiel aus, doch dazu später mehr. Ein Blick auf meine „Osterpässe“ (hier die Karte in einem neuen Fenster):

Nächster Halt: Meran. Eine sehr schöne, sehr lebendige Stadt, viele Altbauten und noch viel mehr Menschen. Wenn man nicht mindestens im Tempo des Stadtverkehrs mitschwimmt, wird man links von Motorrollern und rechts von Taxis überholt. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich mir nicht die Zeit nehme, diesem Ort die Aufmerksamkeit zu widmen, die ihm zweifellos zusteht, aber schließlich bin ich ja auch nur auf der Durchreise. So bleibt nur ein Moment der Ruhe, mit einem Latte Macchiato und dem Wunsch, irgendwann wiederzukommen.

MeranMeran

Denn jetzt wirds spannend: Ich bin unterwegs zum Gampenpass, auf 1.518 m Höhe. Es ist kalt aber trocken, die Straßen werden schmäler, steiler und kurvenreicher, der Verkehr immer weniger und ich bin froh, dass ich am Freitag tatsächlich losgefahren bin. Weiterlesen →