Am Wochenende war ich in der Fränkischen Schweiz unterwegs, wollt ich schon lange mal hin und ist schließlich auch gar nicht weit entfernt, genau richtig, wenn man nur ein Wochenende Zeit hat. Ein Blick auf die Karte:

Blau=Samstag, Grün sollte der Sonntag werden … wobei das dann ein bisschen anders kam. Warum mein Navi (das ich eigentlich sehr schätze, das aber seit ein paar Monaten eine sehr unerfreuliche Eigendynamik, oder sagen wir besser: Trägheit kultiviert hat) am Sonntag die Abzweigung Richtung Bayreuth unterschlagen hat, weiß ich nicht. Jedenfalls hat mir das ein paar sehr erfreuliche Extra-Kilometer bei noch strahlendem Sonnenschein beschert, deshalb: ok. Aber jetzt erst mal der Reihe nach. Samstag, irgendwo im Wald – Sackgasse:

Durchfahrt nur für Land- und Forstwirtschaft (Navi … Eigendynamik … sagte ich bereits). Aber schön wars dort. Also ein Stück zurück und weiter zum Brombachsee:

Brombachsee(Mit Surfer – im Oktober!). Dann weiter nach Nürnberg und durch – was übrigens kein großer Spaß ist. Wenn man nur auf der Durchreise ist und nicht ausdrücklich in die Stadt will, sollte man besser weiträumig drum rum fahren. Dann weiterweiterweiter (und ich frag mich schon: Wann kommen denn jetzt die Felsen?), als ich schon mittendrin bin im Kurvenreich der Franken. Die Landstraßen schlängeln sich liebevoll durch eine beeindruckend schöne Herbstlandschaft, führen durch pittoreske Dörfer, um mächtige Felsen herum, ducken sich unter mächtigen Burgen und Festungen durch und eigentlich müsste man noch viel öfter anhalten, um zu fotografieren. Aber schließlich bin ich ja zum Fahren da, gell? Apropos Fahren: Ein wenig Vorsicht ist angesagt, denn die Straßen sind zwar überwiegend trocken, aber der Herbst und die Landwirtschaft haben deutliche Spuren hinterlassen. Falsche Zeit und falscher Ort für maximale Schräglagen!

Römerbrücke (Felsformation am Trubachweg, bei Obertrubach)Römerbrücke (Felsformation am Trubachweg, bei Obertrubach)

 

Kurze Pause – Kathi Bräu:

Als ich in Bamberg ankomme, ist es leider schon fast dunkel. Aber was ich von der Stadt gesehen habe, gefällt mir sehr. Da muss ich noch mal hin.

Blauer Müllcontainer. (Dahinter: der Bamberger Dom. Auch im Dunkeln beeindruckend.)Blauer Müllcontainer. (Dahinter: der Bamberger Dom. Auch im Dunkeln beeindruckend.)

Als ich Bamberg verlasse, ist es dann schließlich richtig dunkel. Ich hab noch ein Stück zu fahren bis zu meinem Bett für heute Nacht, und dieses Stück führt wieder tief hinein in den Wald, die Berge, die Kurven und: die Dunkelheit. Es ist doch immer wieder ein eigenartiges Gefühl, eine solche Strecke bei Nacht (oder zumindest: in der Dunkelheit) zu fahren, denn man kann die Landschaft um sich herum nur noch erahnen. Der Lichtkegel des Scheinwerfers erhellt nur gerade das kleine Stück voraus, das man zum Fahren braucht, die mächtigen Silhouetten der Bäume, der Felsen und die ganze Landschaft sieht man nur als schwarz-in-schwarz. So geht es weiter, immer enger, immer dunkler und angeblich kommt in 150 m eine Abzweigung nach links. Tatsächlich: Dort geht es noch enger als zuvor den Berg hinauf und irgendwann bin ich in Weismain, meiner Station für diese Nacht. Ich bin gespannt, wie es hier aussieht, ich muss wohl bis zum nächsten Morgen warten, denn für heute Abend bleibt das Licht aus.

Am Sonntag früh hat es es offenbar in Strömen geregnet (hat jemand erzählt, ich hab selbstverständlich nichts davon mitbekommen). Als ich losfahre, sehe ich nur blauen Himmel.

bei Weismainbei Weismain

Die Fahrt geht weiter, noch (!) bei strahlendem Sonnenschein und ich hoffe, dass der Regen erst am Abend kommt.

HöllfeldHöllfeld
TüchersfeldTüchersfeld
TüchersfeldTüchersfeld

Und so lande ich dann doch noch in Bayreuth. An ungefähr jeder Ecke in dieser Stadt blickt man Richard Wagner ins Gesicht. Auf Postern, Schildern, Plakaten, hier das Museum, dort ein Straßenschild, eine Fahne, ein Relief, eine Statue. Ich laufe ein wenig durch die Stadt, Maximilianstraße, Opernstraße, Richard-Wagner-Straße (na klar), um die Ecke und dann nochmal zurück, durch den Hofgarten und ein bisschen drumherum. Mein Eindruck (zugegeben: sehr oberflächlich) ist der einer Stadt, die sehr elegant, aber wenig herzlich ist. Ich kann mich aber auch irren, wer weiß.

Bayreuth, HofgartenBayreuth, Hofgarten

Kurz nach Bayreuth fängts an zu regnen. Und zwar so richtig. Ich bin dieses Jahr ja schon einige Male nass geworden, und nach einer mehrstündigen Tauchfahrt im Lederkombi steht mir heute so gar nicht der Sinn, der Hochsommer ist schließlich vorbei, also zieh ich brav mein Schlauchboot drüber und fahr weiter. Es dauert auch tatsächlich noch so zwei, drei Stunden, bis der Regen aufhört. Und so mach ich immerhin die letzten ca. 80 km wieder im Trockenen.

Für die Statistik: gut 920 km an diesem Wochenende – damit sind die 10.000 km für dieses Jahr voll. Schön war’s.