Beim Aufrödeln noch geschwitzt, kein Wunder, diese Affenhitze an diesem Wochenende, eigentlich nur im Freibad zu ertragen. Reingegangen, Lederjacke angezogen, rausgegangen und da kamen die ersten Tropfen. Na, macht nichts, so ein kleines Gewitter, hatten sie ja auch gemeldet fürs Wochenende, das geht gleich vorbei. Also los.

Nee, der Regenkombi wäre echt übertrieben gewesen, heute, bei diesem Wetter, diese Affenhitze. Jetzt regnet’s zwar immer noch, kann aber hinter der nächsten Kuppe schon vorbei sein, bestimmt.

Schnitt. Eine Stunde später:

Das kurze Gewitter gewittert immer noch. Ich habe selbstverständlich keinen Regenkombi an, denn irgendwann war ich so nass, dass es dann auch egal war. Die Dorfsparkassen, an denen ich vorbeifahre, melden neben der aktuellen Uhrzeit immerhin noch 22 Grad: nass und warm ist besser zu ertragen als nass und kalt.

Der Lederkombi ist von innen jetzt fast so nass wie von außen, heute aber nicht von der Hitze, sondern vom Regen. Das Wasser läuft am Bauch runter in die Unterhose, läuft in der Jacke am Unterarm runter von oben in die Handschuhe rein, die von außen eh schon völlig durchgeweicht sind. Es ist durchaus interessant, das zu verfolgen und ich frage mich, ob irgendwann auch die Stiefel volllaufen. (Nein, die haben sich erstaunlich gut gehalten: Ich bin mit fast trockenen Füßen zuhause angekommen.)

Die Handschuhe fordern beim Tankstopp dann auch maximale Aufmerksamkeit: Möglichst vorsichtig die Hand rauszuppeln, damit sich das Futter um Himmels Willen bloß nicht verknotet (sonst kommt man nie wieder rein), um dann nach dem Tanken mindestens drei Minuten an jedem Handschuh herumzuwürgen, bis die Hände endlich in den nassen Pratzen drin sind. Wenn man die Faust macht, läufts Wasser in Strömen raus. Fein, weiter geht’s.

Noch 20 km Heimweg (den ich wetterbedingt schon von kurvenreichen 170 km auf pragmatische 150 km abgekürzt habe), wenig Verkehr, noch weniger Motorradfahrer. Die zwei, drei, die mir entgegenkommen, haben den Kopf tief zwischen die Schultern gezogen und grüßen nicht. Wahrscheinlich haben sie auch zu viel Wasser im Handschuh. Noch kurz an der Platte vorbei: Keiner da. KEINER. Und kein Kaffee. Also nichts wie heim jetzt.

Das Mopped knistert in der Garage, der Lederkombi hängt an der Garderobe und tropft vor sich hin. Gute Fahrt, schön war’s.

PS: Das Foto da oben ist nicht von diesem Wochenende, sondern von einer anderen Tauchfahrt im letzten Sommer. Sah aber genauso aus. Weiterlesen →